Professur für Technische Mechanik und Akustik

Neu: Audio und Akustik - bei uns praxisnah studieren - Bachelorstudiengang "Audio- and Acoustical Engineering"

Beschreibung: Das Fachgebiet der Akustik hat aufgrund der ständig wachsenden Anforderungen an die Qualität von Produkten und dem Schutz des Menschen vor gesundheitsschädigendem Lärm eine stürmische Entwicklung erfahren. Das Berufsfeld des Akustikers ist sehr vielseitig und erstreckt sich vom Fachbereich des Maschinen-, Fahrzeug- und Flugzeugbaus über das Fachgebiet Hochbau bis hin zur Medizintechnik. Unsere Absolventen sind aus diesem Grund in den bekanntesten Firmen Deutschlands tätig. Die stetige Rückkopplung mit diesen Firmen zeigt uns, dass gut ausgebildete Akustiker in der Industrie zum  gegenwärtigen Zeitpunkt und auch in der Zukunft dringend gebraucht werden. Der Studiengang wurde 2022 nochmals grundlegend modernisiert und mit einem treffenderen Namen versehen: "Audio- and Acoustical Engineering". Die bisherige Bezeichnung war übrigens "Media- and Acoustical Engineering".

Studiengangsbeschreibung: https://www.me.hs-mittweida.de/index.php?id=278252

Bewerbung: https://www.studium.hs-mittweida.de/bewerbung/

Weiteregehende Beschreibung  des Fachgebiets: www.dega-akustik.de

Masterstudiengang "Ingenieurakustik"

Studiengangsleiter Prof. Hübelt (HS-Mittweida) und Prof. Sentpali (HS-München), Foto: Chris Eberhardt

Berufsbegleitend Akustik studieren - Masterstudiengang "Ingenieurakustik" in Kooperation mit der Hochschule München

Der Masterstudiengang Ingenieurakustik (Acoustical Engineering) bietet eine breite Qualifizierung für anspruchsvolle Positionen in Firmen der Industrie, z.B. allgemeiner Maschinenbau, Feinwerk- und Medizintechnik, Fahrzeughersteller, Bauteil- oder Systemzulieferer, Bauingenieurwesen, insbesondere Straßen- und Hochbau, Medientechnik sowie einer Vielzahl von Ingenieurdienstleistern im Bereich Begutachtung, Planung und Entwicklung.

Studiengangsbeschreibung:   https://www.inw.hs-mittweida.de/studienangebote/ingenieurakustik-master/

Bewerbung: https://www.studium.hs-mittweida.de/bewerbung.html

„Akustik beeinflusst unser Wohlbefinden“

Wie Psychologie und Akustik zusammenspielen - ein Interview mit dem Psychologen Dr. Alfred Zeitler

Dr. Alfred Zeitler war lange Zeit in der Fahrzeugakustik tätig, hat sich viel mit Sounddesign beschäftigt und ist Spezialist in Bereichen der Umwelt- und Gesundheitspsychologie. Seit dem Sommersemester 2022 bringt der Psychologe berufsbegleitend Studierenden im Master Ingenieurakustik die Welt der Psychoakustik näher. Was ihn an dem Lehrauftrag begeistert, erzählt er im Interview.

HM: Was hat Sie dazu bewogen, ab dem kommenden Semester im Master Ingenieurakustik im Fach Psychoakustik zu lehren?

Alfred Zeitler: Ich möchte ein Bewusstsein für das Hören schaffen und meine Faszination für die Hörwahrnehmung weitergeben. Denn wenn man so will, ist das Hören das Tor zur Seele. Menschen reagieren, bewusst oder unbewusst, stark auf das, was sie hören. Das Hören provoziert Gefühle. Und genau da möchte ich ansetzen und Bewusstsein schaffen. Denn das Lebendige in uns sind die Gefühle, und wenn wir bei aller Sachlichkeit, die berechtigterweise in den Ingenieur- und Naturwissenschaften an den Tag gelegt wird, auch das Empfinden und den Menschen in den Fokus rücken, können wir (in diesem Fall) die Akustik umfassend betrachten.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Auf die Zusammenarbeit und den Austausch mit den Studierenden. Sie kommen ja alle aus den unterschiedlichsten Bereichen und sind somit auf unterschiedlichste Weise mit der Akustik in Berührung. Auf diese verschiedenen Perspektiven und die damit verbundene interdisziplinäre Arbeit bin ich gespannt. Gleichzeitig freue ich mich natürlich, den Studierenden mein Wissen und meine Leidenschaft für die Psychoakustik näherbringen zu können und einen für Ingenieurinnen und Ingenieure möglicherweise eher ungewöhnlichen Aspekt der Akustik zu beleuchten.

Welche Zukunft sehen Sie für Studierende und Absolvent:innen des Masters?

Die Akustik ist ein Gebiet mit sehr viel Potenzial. In meinen Augen wird sie leider noch oft zu wenig berücksichtigt – sei es in der Raum- und Umweltgestaltung oder bei der Veredelung von Produkten. Wir können mit einer angenehmen Akustik sowohl die Lebensqualität steigern als auch zum Kauf anregen. Andersherum betrachtet: Stellen Sie sich vor, Sie interessieren sich für ein Auto, das klasse aussieht, aber das Geräusch des elektrischen Fensterhebers leiert und lässt Sie zweifeln, ob er seine Funktion erfüllen kann. Welchen Eindruck von der Qualität bekommen Sie? Ich denke, einen sehr fragwürdigen. Ist der Wagen hingegen frei von Störgeräuschen und hat vielleicht noch einen sonoren Motorsound, trägt dies sehr zum positiven Gesamterlebnis bei. Das Produkt erscheint hochwertiger und der Kauf wird wahrscheinlicher. Solche auditiven Erlebnisse und die damit einhergehenden positiven wie negativen Konnotationen lassen sich nahezu auf alle Lebensbereiche ausweiten. Im Endeffekt ist das Wohlbefinden somit auch zu einem großen Teil von der Akustik abhängig.

Am 27. April 2022 ist der Tag gegen Lärm. Welche Bedeutung hat dieser Tag für Sie?

Jeder Tag ist ein Tag gegen Lärm für mich. Ich finde den Tag wichtig, um ein Bewusstsein zu schaffen und aufzuzeigen, wie wichtig unser Hörsinn ist. Denn das wird vielen leider erst bewusst, wenn es zu spät ist und das Hörvermögen mit der Zeit durch Beschädigungen des Hörorgans nachlässt oder auch die Gesundheit im Allgemeinen leidet. Schließlich ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Lärm zu körperlichem Stress führt und insbesondere die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mitbedingt. Im Sinne einer besseren akustischen Umwelt wäre daher meine praktische Empfehlung: Jeder Mensch sollte versuchen, jeden Tag mindestens ein lästiges Geräusch zu "sparen" – zur Steigerung des eigenen Wohlbefindens aber natürlich auch für eine angenehmere akustische Umwelt für Alle.

Informationen zum berufsbegleitenden Masterstudiengang Ingenieurakustik finden Sie auf der Webseite des Studienangebots. Den Themenbereich Psychoakustik deckt Dr. Alfred Zeitler zusammen mit seinem Kollegen von der Hochschule Mittweida, Dr. Detlef Schulz, ab.

Das Interview führte Johanna Bronek, Hochschule München.